Foto: GT1976, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, Quelle, Lizenz.
Mähen am Hang, Ballenpressen in der Mittagshitze, dazu Staub und Häcksel in der Luft: der Hochsommer fordert das Kühlsystem eines alten Steyr wie keine andere Jahreszeit. Steigt die Temperaturanzeige dabei über das gewohnte Maß, hilft ein klarer Fahrplan mehr als hektisches Teiletauschen.
Zuerst die Sicherheit
Bei deutlicher Überhitzung oder Dampf aus dem Kühler gilt: sofort lastfrei abstellen und den heißen Kühler nicht öffnen. Das unter Druck stehende Kühlwasser kann beim Öffnen herausschießen und schwere Verbrühungen verursachen. Erst abkühlen lassen, dann nachschauen.
Der halbe-Stunde-Check am kalten Traktor
Ein zugesetzter Kühler ist im Sommer der erste Prüfpunkt. Von außen erkennst du ihn an verklebten Lamellen: Staub, Häcksel und Insekten setzen sich bei der Erntearbeit fest und nehmen dem Kühler die Luft. Eine vorsichtige Reinigung der Lamellen in Gegenluft-Richtung bringt oft schon spürbar Kühlleistung zurück. Innen können sich über die Jahrzehnte Ablagerungen bilden, dagegen hilft eine Spülung des Kühlkreislaufs. Danach gehören auf die Liste: Kühlmittelstand, Thermostat, Wasserpumpe und die Riemenspannung. Ein lockerer Keilriemen treibt die Wasserpumpe nur noch halbherzig an und fällt trotzdem bei keiner schnellen Sichtprüfung auf.
Warum gerade im Sommer?
Im Winter verzeiht das System kleine Schwächen, im Sommer summieren sie sich: hohe Außentemperatur, Dauerlast an Mähwerk oder Presse und zugesetzte Lamellen treffen zusammen. Darum zeigt sich ein müder Thermostat oder ein halb dichter Kühler oft ausgerechnet am heißesten Tag des Jahres. Wer den Check im Frühsommer macht, erspart sich den Ausfall mitten in der Ernte.
Wann es in die Werkstatt gehört
Bleibt die Überhitzung nach Reinigung und Kontrolle bestehen, gehört das System in die fachkundige Diagnose. Dann kommen Ursachen in Frage, die sich von außen nicht sicher beurteilen lassen, von der Zylinderkopfdichtung bis zur verschlissenen Wasserpumpe.
Die Werte für deinen Typ
Füllmenge des Kühlsystems, Frostschutz, Riemenspannung und die Wartungsschritte stehen in der Betriebsanleitung deines Typs. Für die Baureihe 80 sind das die Betriebsanleitung Steyr 8055 (TS 200/89), die Betriebsanleitung Steyr 8055s, 8065s und 8075s (TS 250/88), die Betriebsanleitung Steyr 8060 bis 8080a (TS 204/82), die Betriebsanleitung Steyr 8065 und 8075 (TS 280/86), die Betriebsanleitung Steyr 8075 (TS 220/85), die Betriebsanleitung Steyr 8065 bis 8095 (TS 220/91) sowie für 8080 und 8090 die Ausgaben 1984 (TS 290/84) und 1987 (TS 275/87). Die Prüfpunkte je Wartungsstufe fasst das Kundendienstheft der Serie 80 auf 48 Seiten zusammen. Alle Handbücher deiner Baureihe findest du in der Übersicht der Steyr Baureihe 80.








